06-12-08

Kinderpornographie: Stasi erpresste Politiker


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Kinderpornographie: Stasi erpresste Politiker
Ex-Geheimdienst-Offizier stellt Verbindung zum Fall eines vermissten Berliner Jungen her

Von Dirk Banse und Michael Behrendt

Berlin - Das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) der DDR hat mit Kinderpornografie einflussreiche Persönlichkeiten in Westeuropa erpresst.
Das erklärt der ehemalige Verbindungsoffizier zwischen dem früheren sowjetischen Geheimdienst KGB und dem MfS, Wanja Götz (Deckname "Grigori")

In einer eidesstattlichen Versicherung, die der Berliner Morgenpost vorliegt. "Zu den Erpressten gehören Politiker, Richter und Industrielle, von denen einige nach wie vor Einfluss in den westlichen Demokratien haben.

Nach dem Fall der Mauer hat das ehemalige Stasi-Netzwerk die geheimdienstlichen in finanzielle Interessen umgewandelt. Eine Schlüsselrolle spielte Rainer Wolf, der Vater des noch immer vermissten Berliner Jungen Manuel Schadwald", berichtet der in Berlin lebende Götz.

Nach Recherchen der Berliner Morgenpost hat auch der im August 1996 verhaftete belgische Kinderhändler Marc Dutroux, dem der Mord an mehreren Mädchen zur Last gelegt wird, zeitweise im Auftrag der Stasi gearbeitet. "Es gab in der Tat Hinweise, wonach sich solche Informationen in dem Stasi-Material wieder finden, das dem amerikanischen Geheimdienst CIA zugespielt wurde. Der belgische Geheimdienst wäre gut beraten, diese Unterlagen gründlich auszuwerten", sagt der ehemalige Geheimdienstkoordinator der Regierung Kohl, Bernd Schmidbauer (CDU).

Die CIA hatte sich in den Wendezeiten umfangreiches Material über die Spionageabteilung der Hauptverwaltung Aufklärung des MfS sichern können. Wegen der Brisanz der darin enthaltenen Informationen auch über westeuropäische Politiker werden diese Unterlagen nach wie vor der Öffentlichkeit vorenthalten. Lediglich Geheimdienste durften in die von der CIA gefilterten Berichte Einsicht nehmen. Nach Expertenmeinung erklärt das, warum die
Ermittlungsbehörden sowohl den Fall Dutroux als auch das Verschwinden von Manuel Schadwald bislang nicht klären konnten. Der seit Juli 1993 vermisste Junge ist nach zahlreichen Aussagen von Zeugen ins niederländische Kinderporno-Milieu verschleppt worden.

Sein Vater Rainer Wolf, ein in der DDR-Friedensbewegung eingesetzter Stasi-Mitarbeiter, war bereits vor Jahren nach Zeugenaussagen in den Verdacht geraten, seinen Sohn selbst ins Kinderporno-Milieu verbracht zu haben. Der ehemalige KGB- und Stasi-Agent Wanja Götz, dessen Deckname "Grigori" sich auch in den Stasi-Akten über Rainer Wolf wieder findet, erklärt in seiner eidesstattlichen Versicherung: "Ich hatte den Auftrag vom DDR-Geheimdienst, diesen Mann psychologisch einzuschätzen. Erst viel später erfuhr ich, dass Wolf nach seiner von der Stasi inszenierten Übersiedlung in die BRD 1984 im Auftrag der Auslandsspionage des DDR-Geheimdienstes mit Kinderpornografie Westeuropäer erpresst hat." Die Kinder habe sich das MfS aus DDR-Heimen geholt.

Aus der Berliner Morgenpost vom 9. Februar 2003

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Der Fall Manuel und die Stasi

Trotz zahlreicher Hinweise von Zeugen wurde das vermisste Kind aus Tempelhof immer noch nicht gefunden

Von Dirk Banse und Michael Behrendt

Der Fall Manuel Schadwald beschäftigt seit fast zehn Jahren die Polizei: Im Juli 1993 verschwand der damals Zwölfjährige aus Tempelhof, als er nach den Aussagen seiner Mutter Marion auf dem Weg zum Freizeit- und Erholungszentrum Wuhlheide in Köpenick war. Im November 1997 erhielt die Berliner Morgenpost erste Hinweise, wonach Manuel in die Fänge eines organisierten Kinderhändlerrings geraten war. Immer wieder befragten Morgenpost-Reporter Zeugen in Deutschland, Belgien und den Niederlanden. Sie erklärten zum Teil eidesstattlich, dass Manuel im Bordell des inzwischen verurteilten Lothar G. in Rotterdam missbraucht wurde. Die Ermittlungen von Berliner Polizei und Staatsanwaltschaft führten dagegen bislang ins Leere. In der letzten offiziellen Erklärung der Polizei vom 29. Oktober 1998 hieß es sogar: «Es gibt bis heute keinen konkreten Nachweis, ja nicht einmal den kleinsten Hinweis, dass Manuel Schadwald überhaupt der Stricherszene angehörte.»

Gab es sie wirklich nicht? In internen Kripo-Akten aus dem Jahr 1997, die der Berliner Morgenpost vorliegen, finden sich zahlreiche Hinweise darauf, dass der Junge eben doch in die Fänge dieses Lothar G. geraten war. Zudem geht aus den Papieren hervor, dass Berliner und Rotterdamer Polizei gemeinsam Manuel im niederländischen Strichermilieu gesucht haben. So habe es im Juli 1994 im Fall Schadwald intensive Ermittlungen zusammen mit der Rotterdamer Polizei gegeben, die auch in Berlin geführt wurden. Zwei Anschlussverfahren seien eingeleitet worden. Diese Ermittlungen seien im Februar 1995 abgeschlossen worden, weil die Rotterdamer Polizei erklärt habe, dass sich Schadwald nicht in Rotterdam aufhalte oder aufgehalten habe.

Monate später gab es den Akten zufolge einen neuen Hinweis, wonach Schadwald doch bei Lothar G. gewesen sei, bis dieser festgenommen worden sei. In der Vernehmung des in der Szene verkehrenden Jens Uwe Möhrke, so belegen es Polizeiakten, habe dieser ausgesagt, Manuel im Frühjahr 1995 am Bahnhof Rotterdam gesehen zu haben. Diesen Mann suchte die Morgenpost auf. Er versicherte eidesstattlich: «Ich habe Manuel Schadwald in den Jahren 1993/4 mehrmals im Kinderbordell von Lothar G. gesehen. Rainer Wolf, der angebliche Vater von Manuel Schadwald, ist mir aus den einschlägig bekannten Berliner Szenelokalen, 'Datscha´ und 'Tabasco´ bekannt.»

Wolf selbst hat bislang immer wieder bestritten, an der Verschleppung Manuels beteiligt gewesen zu sein. Die Vorwürfe gegen ihn konnten bislang auch nicht bewiesen werden.

In seiner Aussage gibt Insider Möhrke weiterhin zu Protokoll, er habe auch Kontakt zu einer Berliner Staatsanwältin gehabt und dazu beigetragen, dass Lothar G. 1994 in Rotterdam verhaftet wurde. In seiner eidesstattlichen Versicherung erklärt Möhrke, dass ihm ein Berliner Kripo-Beamter in einer Vernehmung gedroht habe, dass er im Gefängnis die Treppen hinunterfallen könne, wenn er über Manuel Schadwald sprechen würde. Genau dieser Beamte hatte nach Angaben der Rotterdamer Polizei den Fall des vermissten Berliner Jungen in den Jahren 1993 bis 1995 bearbeitet. Mittlerweile räumt die Berliner Polizei auf ihrer Fahndungsseite ein, dass es in den vergangenen Jahren Hinweise zu möglichen Verbindungen Manuels zur Homosexuellen- beziehungsweise Kinderpornoszene in den Niederlanden beziehungsweise Belgien gegeben habe, die allerdings nicht hätten verifiziert werden können.

Welche Rolle spielte der Bordellbesitzer Lothar G.? Der Thüringer soll nach Recherchen der Morgenpost ebenso wie der im August 1996 verhaftete belgische Kinderhändler Marc Dutroux und der inzwischen verurteilte Amsterdamer Kinderbordellbesitzer Karel van M. alias Alex Privé Mitglied des Kinderhändlernetzwerkes gewesen sein, in dem die Stasi eine Rolle spielte. Der Berliner Peter G., der für Lothar G. laut eigenen Angaben Jungen in die Niederlande gebracht hatte: «Diese Bordelle belieferten auch mit einem diskreten Escort-Service prominente Persönlichkeiten.»

Auch deutsche Politiker, die eindeutig in diesem Mileu angesiedelt sind un dhecte immer noch an der Spitze stehen....

Nach Angaben des belgischen Kinderpornoexperten Marcel Vervloesem wurden solche Kunden erpresst und zu geheimdienstlichen Tätigkeiten gezwungen. Eines der missbrauchten Kinder war Regina Louf, die in den belgischen Ermittlungsakten im Fall Dutroux das Kürzel «X 1» erhielt. Sie sagte der Berliner Morgenpost in Antwerpen: «Dutroux lieferte die Kinder vor allem zu Partys, an denen sogar Regierungsvertreter teilnahmen.»

Das Bindeglied zwischen den Fällen Manuel Schadwald und Marc Dutroux könnte Robby van der Plancken heißen. Der 28-jährige Belgier, der den Morgenpost-Reportern in Amsterdam von seiner Beteiligung am Verschwinden des Berliner Jungen erzählt hatte, wurde nach einem Bericht der Amsterdamer Zeitung «De Telegraaf» mit Dutroux mehrmals in einem niederländischen Sexclub gesehen. Robby van der Plancken sitzt seit vier Jahren in Italien in Haft, weil er seinen Komplizen Gerrit Ulrich in der Toskana erschossen hatte. Vervloesem: «Ulrich wusste zuviel über den Fall Schadwald.»

Aus der Berliner Morgenpost vom 9. Februar 2003

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Vier Schicksale, ein Täterkreis?

Zusammenhänge zwischen vermissten und ermordeten Berliner Jungen

Von Dirk Banse und Michael Behrendt

Manuel Schadwald, Marcel Hermeking, Stefan Lamprecht und Daniel Beyer - immer noch verschwundene beziehungsweise ermordete Berliner Jungen. Nach Recherchen der Berliner Morgenpost weisen die Fälle erstaunliche Verbindungen auf.

Am 10. November 1997 veröffentlichte die Berliner Morgenpost einen Artikel, der sich mit Fällen vermisster beziehungsweise ermordeter Kinder befasste. Die damalige Vermutung: Berliner Kinder sind Opfer einer international operierenden Kinderhändlerbande geworden. Dieser Verdacht hat sich mittlerweile verdichtet.

Rückblick: 1993 verschwindet der damals 12-jährige Manuel Schadwald auf dem Weg ins Freizeit- und Erholungszentrum an der Wuhlheide in Köpenick. Es gibt inzwischen zahlreiche Hinweise, dass der Junge in einem niederländischen Kinderbordell missbraucht wurde. Ein Belgier namens Robby van der Plancken hatte 1998 in Amsterdam der Morgenpost versichert: «Ich war dabei, als Manuel Schadwald im Juli 1993 aus dem Lokal Pinocchio in Schöneberg mit in die Niederlande genommen wurde. Dort wurde er in den Bordellen von Rotterdam und Amsterdam missbraucht.

In diesem Lokal Pinocchio arbeitete auch Jens A., der zusammen mit einem Komplizen 1994 den damals 8-jährigen Daniel Beyer aus Prenzlauer Berg missbraucht hatte. Der Komplize hatte in seinem Beisein den Jungen anschließend erwürgt. Jens A. wurde 1998 gefasst und ein Jahr später wegen Beihilfe zum sexuellen Missbrauch zu fünf Jahren und drei Monaten Haft verurteilt. Der Morgenpost wurde eine eidesstattliche Versicherung aus dem Gefängnis zugespielt, in der Jens A. erklärt, Manuel Schadwald in der Gaststätte Pinocchio gesehen zu haben. Ihm seien Zeitungsfotos von Schadwald gezeigt worden, auf denen er den Jungen wiedererkannte.

Der Mord an dem damals 13-jährigen Stefan Lamprecht ist bis heute nicht aufgeklärt. Die Leiche des Jungen wurde im August 1995 auf einer Müllkippe in Mittenwalde gefunden. Der Kieler war einige Tage zuvor bei einem Besuch seines Vaters in Berlin verschwunden.

Für diesen Fall interessiert sich jetzt auch der ehemalige Verbindungsoffizier zwischen dem früheren sowjetischen Geheimdienst KGB und dem Ministerium für Staatssicherheit (MfS) der DDR, Wanja Götz. «Ich befasse mich deshal mit dem Fall, weil ich der festen Überzeugung bin, dass jene Täter, die an der Verschleppung Manuel Schadwalds beteiligt waren, auch für die Ermordung von Stefan Lamprecht verantwortlich sind. In beiden Fällen spielen geheimdienstliche Interessen eine große Rolle. Es gibt Erkenntnisse, wonach sowohl Manuel Schadwald als auch Stefan Lamprecht von einflussreichen Persönlichkeiten missbraucht worden sind. Entsprechendes Fotomaterial wurde dann zur Erpressung genutzt.»

Nach Aussagen der Familie des ermordeten Lamprecht hatte sich der Junge in seiner Heimatstadt ein halbes Jahr vor dem Mord verändert. Seine Stiefschwester Nancy: «Er schlitzte plötzlich seine Kuscheltiere auf und klebte Totenköpfe an die Wand.»

Der Fall Marcel Hermeking: Am 21. September 1997 verschwand der damals 10-Jährige aus der Gaudystraße in Prenzlauer Berg auf dem Weg zum Weltkinderfest am Alexanderplatz. Die Polizei hatte bereits kurz nach dem Verschwinden des Jungen geglaubt, den Mörder gefunden zu haben: Der Elektriker Michael K. sollte nach Überzeugung der Ermittler den Jungen missbraucht und getötet haben. Die Kripo musste den Mann allerdings wieder laufen lassen, weil sich der Verdacht nicht erhärten ließ und auch keine Leiche gefunden wurde. Im Zuge der Recherchen zum Fall Schadwald ergab sich eine Spur zu einem Berliner Kinderhändler, der eidesstattlich versicherte, von dem Verkauf Berliner Kinder in Bordelle in Amsterdam, Rotterdam und Antwerpen zu wissen. Dieser Mann lebte nach eigenen Angaben im selben Haus an der Gaudystraße wie Marcel Hermeking. Das teilte die Morgenpost der damals ermittelnden 3. Mordkommission mit, doch der Mann konnte abtauchen. Marcel Hermeking könnte also auch in die Hände dieser Kinderfänger geraten sein. Die Mordkommission hingegen erklärte zu dem Hinweis damals, es könne auch Zufall sein, dass der Kinderhändler im selben Haus wie der vermisste Jungen gewohnt hat.

Aus der Berliner Morgenpost vom 10. Februar 2003

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Fotos: Marcel Vervloesem, Manuel Schadwald

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